Das Negativicer-Handbuch.
Dein Nachschlagewerk für die aktuelle iPhone-App. Die Bezeichnungen in der App können je nach Sprache abweichen.
Schnellstart
Was Negativicer macht
Negativicer misst reflektiertes Licht mit der iPhone-Kamera und schlägt eine Belichtungszeit zur gewählten Blende vor. Du überträgst Blende und Zeit selbst auf deine analoge Kamera. Der Aufnahmebutton protokolliert ein Bild; er löst die analoge Kamera nicht aus.
In fünf Schritten
- Menü → Kameras & Objektive öffnen und deine Kamera hinzufügen.
- Ein Objektiv hinzufügen und der Kamera zuordnen.
- Filmrolle vorbereiten und in diese Kamera einlegen.
- Zur Messansicht zurückkehren, Blende antippen und die angezeigte Zeit an der analogen Kamera einstellen.
- Das analoge Bild aufnehmen und einmal auf den mittleren Aufnahmebutton tippen, um Snapshot und Messdaten zu speichern.
Bildschirm bleibt an
Solange die App im Vordergrund aktiv ist, wird die automatische Bildschirmsperre verhindert – auch beim Lesen des Handbuchs. Beim Wechsel in eine andere App oder in den Hintergrund gilt wieder die normale iPhone-Einstellung. Du kannst das iPhone weiterhin mit der Seitentaste sperren.
Bildschirm, Buttons & Symbole
Blendenskala
Tippe auf eine Blendenzahl, um sie auszuwählen. Grün zeigt die ausgewählte Blende. Bei einer Kamera erscheinen die Werte innerhalb des eingetragenen Objektivbereichs. Alle Werte bleiben sichtbar; lange Skalen nutzen mehrere Zeilen. Die App enthält feste Blendenwerte, keine automatisch erkannten Gravuren deines Objektivs.
ISO, Kameraname und Brennweite
ISO ist die für die Messung verwendete Filmempfindlichkeit. Ohne gewählte Kamera kannst du ISO direkt antippen. Bei einer Kamera änderst du Mess-ISO in deren Detailansicht bei der eingelegten Rolle. Der Kameraname öffnet Kameras & Objektive. „f: 40 mm“ bezeichnet die eingetragene Brennweite, nicht die Blende.
Filmzähler, zum Beispiel 11/36
Der Zähler zeigt gespeicherte Aufnahmen und die Bildanzahl der Rolle. Antippen öffnet Filmrollen. Reines Messen erhöht den Zähler nicht. „Film einlegen“ bedeutet, dass noch keine Rolle geladen ist. Bei voller Rolle wird der Zähler rot; weitere Aufnahmen werden nicht protokolliert.
Gepunkteter Doppelkreis: Einfrieren
Antippen friert Vorschaubild und Messgrundlage ein; erneut antippen setzt die Live-Messung fort. Beim Hinzufügen eines zweiten Messpunkts friert die App automatisch ein. Beim Zurückkehren zu einem Messpunkt wird die Live-Messung wieder aktiviert. So kannst du mehrere Stellen desselben Bildes vergleichen.
Geschwungenes f im Kreis: Reziprozität
Schaltet die Langzeitkorrektur ein oder aus. Grün bedeutet eingeschaltet. Zeiten über einer Sekunde werden mit dem in der Filmsorte gespeicherten Faktor verlängert. Lange Zeiten erscheinen als „B …s“. Das ist eine einfache Faktor-Korrektur; bei wichtigen Langzeitaufnahmen beachte auch die Angaben des Filmherstellers.
Überlappende Kreise: Schwarzweißfilter
Öffnet die verfügbaren Filter in der Schwarzweißvorschau. Der aktive Filter wird grün markiert. Ausgegraut bedeutet, dass die Filterauswahl gerade nicht verfügbar ist. Angezeigt werden zum Objektivdurchmesser passende Filter sowie Filter ohne Durchmesserbeschränkung. „Kein Filter“ entfernt den aktiven Filter.
Spektrumsymbol: Farbe / Schwarzweiß
Wechselt die Vorschau zwischen Farbe und Schwarzweiß. Die automatische Vorschau nach Filmsorte kann diese Auswahl beim Wechsel der Kamera oder Rolle wieder anpassen. Die Vorschau ist eine Orientierung und keine verbindliche Simulation des entwickelten Negativs.
Zeitenskala rechts
Die grün hinterlegte Zeit ist die vorgeschlagene Verschlusszeit. „250“ heißt 1/250 Sekunde, „125“ heißt 1/125 Sekunde. Ein Apostroph vor einer Zahl bezeichnet ganze Sekunden; „B 12.0s“ bedeutet eine Bulb-Belichtung von 12 Sekunden. Die Skala ist eine Anzeige und kein manueller Zeitwähler. Sie enthält nur die in der Kamera aktivierten Zeiten; ohne ausgewählte Kamera gilt eine allgemeine Skala. Rot weist darauf hin, dass die Kombination aus kleinster Öffnung und kürzester verfügbarer Zeit für den Messwert nicht ausreicht.
Messkreis und EV-Zahl
Die Zahl im Messkreis ist der Messwert bei der angezeigten ISO einschließlich Kalibrierung. „A“ bedeutet Durchschnittsmessung und ist kein Belichtungsmodus. Der erste rote Kreis ist der Basismesspunkt; zusätzliche Punkte sind grün. Eine Gradangabe zeigt eine Spot-Messung mit dem gewählten Spot-Preset an.
Korrekturkreis unten links
Zeigt die EV-Korrektur oder die Referenzzone, zum Beispiel „Z V“. Doppeltippen setzt die Benutzerkorrektur zurück. Im EV-Modus hältst du den roten Messkreis gedrückt, um den Korrekturschieber zu öffnen. Im Zonenmodus ziehst du die Zonenbeschriftung am Messpunkt nach oben oder unten.
Aufnahmebutton unten in der Mitte
Einmal antippen speichert den nächsten Eintrag der eingelegten Rolle. Gespeichert werden Blende, Zeit, ISO, EV, Korrektur, Datum und Objektiv; je nach Einstellungen zusätzlich Snapshot und verfügbare GPS-Daten. GPS lässt sich in den Einstellungen abschalten. Ohne Kamera öffnet sich die Kameraauswahl, ohne Film oder bei voller Rolle die Rollenübersicht. Es wird keine Rolle automatisch angelegt.
Zahnrad / Menü
Das Zahnrad öffnet das Menü: zuerst Fotografieren mit Kamera- und Rollenverwaltung, danach Einstellungen. Ganz unten findest du Handbuch, den Link zu den Website-Tutorials und darunter Datenschutz. Das Menü lässt sich mit „Fertig“ schließen.
Kamera & Objektive einrichten
Neue Kamera
- Kameraname antippen oder Menü → Kameras & Objektive öffnen.
- „Kamera hinzufügen“ wählen.
- Namen und Filmformat eintragen. Nur die am Zeitwahlrad deiner Kamera verfügbaren Verschlusszeiten aktivieren und angeben, ob Bulb (B) vorhanden ist.
- Speichern und die Kamera in der Liste öffnen.
Neues Objektiv
- Im Kameradetail „Objektiv hinzufügen“ wählen.
- Name, Brennweite, größte Öffnung und kleinste Öffnung eintragen; beim Summicron f/2–16 also 2 und 16.
- Passende Kameras und gegebenenfalls Filterdurchmesser auswählen. Die aktuelle Kamera ist vorausgewählt.
- Speichern. Ein Antippen des Objektivs wählt es aus; der Haken zeigt die aktuelle Auswahl.
Vorhandenes Objektiv zuordnen oder wechseln
„Vorhandene Objektive zuordnen“ öffnet den Objektivbestand. Dort ein Objektiv bearbeiten und die passenden Kameras auswählen. Im Kameradetail das gewünschte Objektiv antippen. Ein Wechsel des Objektivs lässt die eingelegte Filmrolle bestehen. Zum Bearbeiten eines zugeordneten Objektivs dessen Zeile nach links wischen.
Film vorbereiten & einlegen
Filmrolle vorbereiten
- Filmzähler antippen oder Menü → Filmrollen öffnen.
- „Filmrolle hinzufügen“ wählen.
- Filmsorte auswählen oder eine neue Filmsorte hinzufügen.
- Bildanzahl einstellen und „Filmrolle hinzufügen“ bestätigen.
Die neue Rolle erscheint unter „Bereit“. Eine Filmsorte wie HP5 kann für beliebig viele einzelne Rollen verwendet werden.
Film in eine Kamera einlegen
- Eine bereite Rolle öffnen.
- Die Kamera auswählen, in die du den Film tatsächlich einlegst.
- Zum Messen zurückkehren.
Alternativ: Kamera öffnen → „Film einlegen“ → bereite Rolle auswählen. Eine Kamera benötigt ein zugeordnetes Objektiv und darf keine andere eingelegte Rolle besitzen.
Mess-ISO einstellen
Im Kameradetail bei der eingelegten Rolle „Mess-ISO“ wählen. Beim Einlegen wird zunächst die Nennempfindlichkeit der Filmsorte übernommen. Stelle denselben Wert für deine Messungen ein. Bei Push/Pull notiere die gewünschte Entwicklung zusätzlich für das Labor.
Messen & Aufnahmen speichern
Eine Aufnahme
- Prüfen, ob Kamera, Objektiv, Filmrolle und ISO stimmen.
- iPhone auf das Motiv richten.
- Gewünschte Blende oben antippen.
- Grün markierte Zeit rechts ablesen und die analoge Kamera entsprechend einstellen.
- Analoges Bild aufnehmen.
- Mittleren Aufnahmebutton einmal antippen. Zähler, Bildschirmblitz und Animation bestätigen den gespeicherten Eintrag.
Spot-Messung
Den Messkreis auf die gewünschte Motivstelle ziehen. Außerhalb seiner Ausgangsposition verwendet er eine lokale Spot-Messung. Die Größe stellst du unter Messung, Vorschau & Speicherung → Spot-Messung ein. Die Ausgangsposition des roten Kreises verwendet eine Durchschnittsmessung.
Mehrere Messpunkte
- Einen Messkreis doppelt antippen, um einen weiteren Punkt anzulegen. Bis zu vier Punkte sind möglich.
- Das Bild friert beim zweiten Punkt automatisch ein.
- Punkte auf die zu vergleichenden Stellen ziehen.
- Die App mittelt ihre EV-Werte für die Belichtungsberechnung.
- Einen zusätzlichen grünen Punkt gedrückt halten, um ihn zu entfernen.
Ab zwei Punkten messen alle Punkte lokal. Im Zonensystem wird jeder Messwert entsprechend seiner eigenen Zielzone für die gemeinsame Belichtung berücksichtigt.
Zurück zur Ausgangsmessung
Dreimal auf eine freie Stelle des Vorschaubildes tippen: Die Messpunkte werden auf den roten Basispunkt zurückgesetzt, die Zonen auf V und der aktive Filter entfernt. Eine EV-Korrektur setzt du separat durch Doppeltippen auf den Korrekturkreis unten links zurück.
Snapshots und Leerbilder
Snapshots aktivierst du unter Messung, Vorschau & Speicherung → Snapshots → Snapshots speichern. In der Filmrollendetailansicht siehst du die gespeicherten Aufnahmen. „Leerbild hinzufügen“ erhöht den Zähler ohne Belichtungsdaten, zum Beispiel für ein bereits aufgenommenes, nicht protokolliertes Bild. „Letztes Bild löschen“ korrigiert den letzten Eintrag, solange die Rolle eingelegt ist.
Film entnehmen & entwickeln
Film entnehmen
- Den Film in der analogen Kamera zurückspulen beziehungsweise entsprechend dem Kamerasystem entnehmen.
- In Negativicer die Kamera oder Filmrolle öffnen.
- „Film entnehmen“ wählen und bestätigen.
- Die Rolle erscheint als „Belichtet“, die Kamera ist wieder frei.
Das geht auch bei einer teilweise belichteten Rolle. Nach dem Entnehmen können die Aufnahmeeinträge nicht mehr gelöscht werden.
Entwicklung verfolgen
- Filmrollen → Belichtet → Rolle öffnen.
- Beim Abgeben „Zur Entwicklung geben“ wählen.
- Nach der Entwicklung „Als entwickelt markieren“ wählen.
Die Rolle bleibt mit Snapshots und Messdaten im Archiv erhalten. Nach dem Entnehmen kann sie über „Filmrolle löschen“ entfernt werden; solange sie nicht als entwickelt markiert ist, erscheint eine Warnung. Zugehörige lokale PDFs werden ebenfalls gelöscht; geteilte Kopien bleiben bestehen.
Nächsten Film einlegen
Die Kamera öffnen und „Film einlegen“ wählen. Eine bereite Rolle auswählen oder eine neue Rolle vorbereiten. Rolle und Bildzähler sind unabhängig vom zuvor verwendeten Film.
Kalibrieren & Messwerte vergleichen
Vergleich vorbereiten
Eine gleichmäßig beleuchtete Fläche bei stabilem Licht verwenden. App und Referenzmesser auf dieselbe ISO stellen und denselben Ausschnitt messen. Für den Vergleich mit der iPhone-Kamera den Referenzmesser zur Objektmessung verwenden; eine Lichtmessung mit Kalotte misst etwas anderes. Zunächst ohne Filter und mit neutraler Benutzerkorrektur beziehungsweise Zone V vergleichen.
Kalibrierung speichern
- Menü → Messung, Vorschau & Speicherung → Kalibrierung → Kalibrierung öffnen öffnen.
- „Capture“ tippen, um den aktuellen Rohmesswert zu übernehmen.
- Den Referenz-EV bei derselben ISO eintragen.
- „Save“ wählen. Die globale Kalibrierung wird angepasst und die Objektivkalibrierung auf null gesetzt.
- Zur Messansicht zurückkehren und mehrere weitere Motive vergleichen. „Reset Calibration“ setzt die globale Kalibrierung auf −0,50 EV und die Objektivkorrekturen auf null zurück.
Beispiel bei ISO 400
f/8 und 1/125 s entsprechen ungefähr EV 13; f/8 und 1/250 s ungefähr EV 14 – jeweils bei der eingestellten ISO. Die App rundet die vorgeschlagene Zeit auf verfügbare Zeitstufen. Ein positiver Kalibrierungswert erhöht den Mess-EV und verkürzt die empfohlene Zeit; ein negativer Wert verlängert sie.
Speicherung, Export & Einstellungen
Rolle exportieren
Filmrolle öffnen → PDF-Vergleichsprotokoll → PDF erstellen. Anschließend „PDF teilen oder sichern“ wählen. Das PDF enthält vier Aufnahmen pro A4-Seite mit Snapshot, Messdaten und den gespeicherten Zielzonen je Messpunkt und Platz für Notizen zum entwickelten Negativ oder Scan. Die App speichert das PDF lokal. Erst deine Auswahl im Teilen-Menü kann es an einen anderen Dienst weitergeben.
Speicherung und GPS
Die App speichert jede Filmrolle lokal als eigenen Datensatz. Es gibt keine automatische Cloud-Synchronisation. GPS ist standardmäßig aus; aktiviere es unter Messung, Vorschau & Speicherung → Standort. Nur mit aktiviertem GPS und erlaubtem Standortzugriff werden aktuelle verfügbare Koordinaten gespeichert. PDFs können diese Koordinaten enthalten. Ohne GPS bleiben Messung und Snapshots verfügbar. Vor dem Löschen oder Deinstallieren wichtige PDFs sichern.
Vorschau und Skalen
„Auto Color/BW by loaded film“ passt die Vorschau an die eingelegte Filmsorte an. „Extended aperture scale“ erweitert die Blendenauswahl beim Messen ohne Kamera. „Use BW thumbnails in BW preview“ speichert Vorschaubilder in Schwarzweiß, wenn die Vorschau schwarzweiß ist. Die Filmsorte liefert außerdem den Faktor für die zuschaltbare Reziprozitätskorrektur.
Standortkarten im PDF
Beim PDF-Export kannst du „Standortkarten im PDF“ einschalten. Voraussetzung sind gespeicherte GPS-Koordinaten. Die Straßenkarte zeigt etwa 800 m Umgebung und markiert den Aufnahmeort rot. Abfragen erfolgen erst beim Export über Apple Karten. Ohne Internet oder verfügbare Karte bleibt das Protokoll mit GPS-Koordinaten nutzbar; eine Meldung erklärt, wie du die Karten erneut abrufen kannst. Karten lassen sich für einen vollständig lokalen Export abschalten.
Das Zonensystem
| Zone | EV Δ | Tonwert |
|---|---|---|
| 0 | -5 | Schwarz ohne Zeichnung |
| I | -4 | Fast schwarz |
| II | -3 | Tiefe Schatten |
| III | -2 | Dunkel mit Zeichnung |
| IV | -1 | Dunkle Mitteltöne |
| V | +0 | Mittlerer Referenzton |
| VI | +1 | Helle Mitteltöne |
| VII | +2 | Hell mit Zeichnung |
| VIII | +3 | Sehr hell |
| IX | +4 | Fast weiß |
| X | +5 | Weiß ohne Zeichnung |
EV relativ zu Zone V für denselben einzelnen Messpunkt. Die Graufelder sind keine kalibrierte Wiedergabe.
Was bedeutet eine Zone?
Das Zonensystem beschreibt gewünschte Tonwerte von Schwarz bis Weiß. Zwischen benachbarten Zonen liegt eine Belichtungsstufe (1 EV). Zone V ist der mittlere Referenzton einer Objektmessung. Du entscheidest mit der Zielzone, wie hell die gemessene Motivstelle wiedergegeben werden soll. Das klassische System umfasst auch Filmentwicklung und spätere Wiedergabe; die App unterstützt die Planung der Belichtung.
Eine Zone platzieren – Schritt für Schritt
- Menü → Messung, Vorschau & Speicherung → Schwarzweiß-Zonensystem einschalten.
- Schwarzweißvorschau aktivieren.
- Den Messkreis auf die wichtige Motivstelle ziehen, damit er lokal misst.
- Die Beschriftung „Z V“ am Kreis nach oben oder unten ziehen und die Zielzone wählen.
- Blende wählen, Zeit ablesen und an der analogen Kamera einstellen.
- Nach der Aufnahme den mittleren Aufnahmebutton einmal drücken.
Am unverschobenen Ausgangspunkt steht „A“ für die Durchschnittsmessung. Eine gezielte Zonenzuordnung sollte auf einer lokalen Messung beruhen.
Beispiel: dunkler Stoff
Du misst einen dunklen Mantel lokal. Soll er dunkel bleiben und trotzdem Struktur zeigen, wählst du beispielsweise Zone III. Gegenüber Zone V sind das zwei Stufen weniger Belichtung. Bei unveränderter Blende würde aus einer theoretischen Zeit von 1/125 s ungefähr 1/500 s. Das Beispiel gilt für einen einzelnen Punkt, ohne Filter und ohne Reziprozitätskorrektur.
Beispiel: helle Fläche
Eine helle Wand soll hell und strukturiert erscheinen. Zone VII verlangt gegenüber Zone V zwei Stufen mehr Belichtung: Bei derselben Blende wird aus 1/125 s ungefähr 1/30 s. Eine höhere Zielzone verlängert also die Zeit, eine niedrigere verkürzt sie. Die App rundet auf die tatsächlich aktivierten Kamerazeiten.
Zwei bis vier Messpunkte
Doppeltippe auf einen Messkreis, um einen weiteren anzulegen. Ab zwei Punkten friert das Bild automatisch ein und alle Punkte messen lokal. Jeder Punkt liefert aus seinem eigenen EV und seiner Zielzone einen Belichtungsvorschlag. Negativicer mittelt diese Vorschläge gleichgewichtet in EV; es gibt eine gemeinsame Blende und Zeit für das gesamte Bild. Drei Punkte reichen häufig für Schatten, Mitteltöne und Lichter. Ein vierter kann einen weiteren wichtigen Motivbereich berücksichtigen. „Z Ø“ im unteren Korrekturkreis bezeichnet die gemeinsame Zonenauswertung.
Wann passen die Ziele zusammen?
Beispiel bei gleicher ISO: Eine Schattenstelle misst EV 11 und soll auf Zone III; eine helle Stelle misst EV 15 und soll auf Zone VII. Beide verlangen dieselbe Belichtung: 11 − (3 − 5) = 13 und 15 − (7 − 5) = 13. Bei f/8 entspricht das ungefähr 1/125 s. Die unterschiedlichen Zonen passen hier zum gemessenen Helligkeitsunterschied.
Mehrere Zielzonen – eine Belichtungszeit
Mit den Zielzonen bestimmst du, wie hell die gemessenen Stellen auf dem Bild erscheinen sollen. Zum Beispiel: ein dunkler Mantel in Zone III und eine helle Wand in Zone VII. Für die ganze Aufnahme stellst du aber nur eine Belichtungszeit ein. Deshalb lassen sich die Stellen nicht unabhängig voneinander heller oder dunkler machen. Sind Mantel und Wand im Motiv bereits vier Blenden auseinander, passen diese beiden Ziele zusammen. Ist ihr Helligkeitsunterschied kleiner, kann die Belichtungszeit allein diesen Abstand nicht vergrößern. Die App berücksichtigt dann beide Punkte gleich stark und berechnet eine gemeinsame Zeit; nicht jede Stelle erreicht dabei genau ihre Zielzone. Wenn dir eine Stelle besonders wichtig ist, messe nur diese und wähle ihre Zone. Kleine Zonenänderungen können wegen der verfügbaren Zeitstufen dieselbe angezeigte Zeit ergeben.
Grenzen bei Film und Entwicklung
Eine Zielzone garantiert keine bestimmte Dichte im Negativ oder Helligkeit im Scan. Film, Entwicklung, Motivkontrast und spätere Wiedergabe wirken mit. Eine gemeinsame Zeit verschiebt die Belichtung aller Stellen, verändert aber nicht den Kontrastumfang des Motivs. Die App berechnet keine N+/N−-Entwicklung. Bei einer Filmrolle werden Bilder meist gemeinsam entwickelt; plane entsprechende Änderungen für die ganze Rolle.
Zurücksetzen und Vergleichen
Doppeltippe auf den Korrekturkreis unten links, um alle Zielzonen auf V zurückzusetzen. Halte einen zusätzlichen grünen Messpunkt gedrückt, um ihn zu entfernen. Drei Taps auf eine freie Vorschaufläche setzen die Punkte auf den Basispunkt zurück und entfernen den Filter. Nach der Entwicklung kannst du den Film oder Scan mit dem PDF-Protokoll vergleichen. Neue Aufnahmen speichern die gemeinsame Belichtungskorrektur sowie Messwert und Zielzone jedes Messpunkts. Das PDF zeigt vier Aufnahmen pro A4-Seite. Bei älteren Aufnahmen ohne diese Daten steht „Zonen nicht gespeichert“.